Artgerechte Haltung
Eine regelmäßige Pflege, bei der richtigen Haltung und dein Leo dankt es dir mit einem langen Leben.
Erläuterung: Falls du die Bezeichnung 1,3 o. ä. lesen solltest, dann heißt das: 1 Männchen + 3 Weibchen im Terrarium.
Welches Terrarium?
Vor dem Kauf des Terrariums, sollte man sich überlegen, wie viele Leopardgeckos man halten möchte. Leopardgeckos leben in freier Natur in größeren Gruppen und sollten meiner Meinung nach, deshalb auch im Terrarium nicht anders gehalten werden.
BEMERKUNG
Je mehr Platz deine Leopardgeckos haben, umso besser ist es für sie. Die nachfolgende Rechnung ist nur ein Beispiel, an welchem man sich orientieren kann. Immer dran denken: MEHR IST BESSER!
Die Größe für das Terrarium kann man nach deutschem Tierschutzgesetz, ganz leicht berechnen:
Kopf + Rumpflänge = KRL (des größten Leopardgeckos deiner Gruppe)
(KRLx 4) x (KRLx 3) x (KRLx 2) = benötigte Terrariumgröße (LxBxH)
Für jeden weiteren Leopardgecko, der in dieses Terrarium soll, rechnest du 20 % auf die Größe drauf. Wobei natürlich mehr, besser ist.
Wenn du nicht genügend Platz für so ein großes Terrarium hast, so empfiehlt es sich, eine Rückwand einzubauen. Diese Rückwand sollte dann mit genügend Liegeflächen und Klettermöglichkeiten versehen sein.
Welche Geschlechter?
Eine Haltung von zwei männlichen Leos ist unmöglich, da die Tiere sich bekämpfen, somit permanent unter Stress stehen und dann würde das schwächere Tier sterben.
Entscheidest du dich dazu eine Gruppe von zwei Leopardgeckos zu halten, solltest du beachten, dass es zwei Weibchen sind. Falls du dir die Leopardgeckos zu früh kaufst und man das Geschlecht nicht genau definieren kann, kann es vorkommen dass du ein Männchen und ein Weibchen bekommen hast.
In diesem Fall ist es unbedingt notwendig, dass du dir mindestens noch ein Weibchen zulegst. Ansonsten würde das Weibchen während der Paarungszeit, mit dem sexuellen Drang des Männchens überlastet und dann letztendlich sterben.
Falls du dich für eine Dreier-Gruppe entscheiden solltest, kannst du ein Männchen und zwei Weibchen oder drei Weibchen in einem Terrarium halten.
Weibchen können aber auch ohne Männchen trächtig werden. Sollte dies der Fall sein so sind die Eier unbefruchtet, müssen aber genau wie befruchtete Eier abgelegt werden damit keine Legenot entsteht.
Welche Beleuchtung und welche Temperatur?
Wie schon gesagt, sind Leopardgeckos dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Deshalb spielt die Beleuchtung ehr eine zweitrangige Rolle. Die Beleuchtung regelt neben den nötigen Temperaturen, auch den Tag-Nacht-Rythmus.
Die Beleuchtungszeit kann man ganz einfach durch eine Zeitschaltuhr regeln lassen. Da wir in einer Dachwohnung wohnen, ist es bei uns immer hell und warm. Deshalb hab ich die Leuchtdauer auf acht Stunden beschränkt, da die Leos die “richtige” Dämmerungen ja miterleben.
Selbstverständlich kann man sich hierfür auch eine automatisch dimmende Zeitschaltuhr und die dazugehörigen Glühbirnen kaufen, doch diese sind meiner Meinung nach zu teuer.
Als Wärmequelle für die wechselwarmen Leopardgeckos gibt es viele verschiedene Möglichkeiten: Glühbirnen, Heizstrahler, Heizmatten, Heizkabel, künstliche Felsen mit integrierter Heizung, … etc.
Glühbirnen werden hier am meisten verwendet, da man sie schließlich auch zur Beleuchtung verwendet. Man richtet die Birne einfach auf den Bodengrund oder auf einen Stein. Dieser erhitzt sich und kann auch dementsprechend noch Wärme abgeben, wenn die Glühbirne ausgeschaltet wird. Außerdem ist dies verdauungsfördernd für die Leopardgeckos, wenn sie sich drauflegen.
Das Terrarium sollte in zwei verschiedene Temperaturzonen getrennt werden. In meinem 100er Terrarium sind auf der linken Seite tagsüber 25-28°C und auf der rechten Seite ca. 35-38°C. Das hat den Vorteil, dass wenn es den Leos rechts zu warm werden sollte, können sie nach links in die kältere Zone. Außerdem helfen diese Temperaturzonen, den Kreislauf und vor allem die Verdauung der Leopardgeckos aufrecht zu erhalten.
Welche Birne in welchem Terrarium, welche Wärme entwickelt, kann man nie genau sagen. Wir wohnen z. B. in einer Dachwohnung, in der es im Sommer immer richtig heiß ist. Deshalb haben wir in unserem 100×50x50 cm Terrarium lediglich eine 60 Watt Sun-Glow-Birne und erreichen trotzdem die benötigten Temperaturen.
Wer seine Leopardgeckos noch etwas länger beobachten und bewundern möchte, kann eine Night-Glow-Birne anbringen. Diese spendet leichtes Mondlicht und sieht einfach gigantisch im Terrarium aus.
Die Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten solltest du in beiden Temperaturbereichen verteilen.
Welche Luftfeuchtigkeit?
Tagsüber sollte die Luftfeuchtigkeit ca. 40 – 50 % betragen. Nachts kann die Luftfeuchtigkeit ruhig ansteigen. Teilweise habe ich eine Luftfeuchtigkeit von über 90 %, da es auch in Afghanistan mal regnet, oder?
Die Luftfeuchtigkeit ist sehr wichtig für den Häutungsprozess. Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, kann sich die neue Haut nur schwer von der Alten lösen und es kann vorkommen, dass Hautfetzen gar nicht abgehen.
Nach der Häutung sollen keinerlei Reste im Terra liegen, da die Leos ihre alte Haut auffressen.
Um die richtige Luftfeuchtigkeit zu erreichen, sprühen ich mit einer Pflanzensprühflasche jeden zweiten Abend auf die Einrichtungsgegenstände.
Welches Bodensubstrat?
Bei der Wahl des Bodengrundes, solltest du bedenken, dass Leopardgeckos keine reinen Wüstentiere sind, sondern in freier Natur in Gebirgs- und Steppenregionen leben. Dementsprechend benötigen sie einen festen Bodengrund.
In unserem Terrarium haben wir ein Sand-Lehm-Gemisch (Verhältnis 1:5), welches ca. 5 – 10 cm hoch sein sollte. Der relativ feste Bodengrund gibt euren Leopardgeckos die Möglichkeit zu graben und kleine Höhlen anzulegen (je nach Höhe des Bodensubstrats).
Legt lieber etwas mehr vom Bodensubstrat aus, da sich dieser durch den Wärme-Spot tagsüber mit aufheizt und nach abschalten der Wärmequelle die Wärme etwas speichert.
Bitte verwendet keinen Sand, da die Leopardgeckos nicht für diesen Bodengrund geschaffen sind. Leos haben zu schmale Füße und Zehen und würden ständig im Sand versinken.
Außerdem würden die Geckos bei der Jagd, ab und zu Sand fressen. Wird der Sand dann nicht komplett ausgeschieden, kann es zu Darmverstopfungen führen, welcher meistens mit dem Tod des Leos endet.
Der Bodengrund sollte je nach Bedarf, aber einmal im Jahr komplett ausgetauscht werden.
Welche Einrichtungsgegenstände?
Für jeden Leo solltest du mindestens eine Versteckmöglichkeit haben. Besonders beliebt sind bei uns, die halben Kokosnussschalen, Korkhöhlen und ungebrannte Keramikschalen (diese speichern die Feuchtigkeit besonders gut).
Zusätzlich benötigen die Leopardgeckos eine so genannte “WetBox”. Das ist eine Höhe, die wir mit Cocoshumus ausgelegt haben, welcher die Feuchtigkeit sehr gut speichert. Diese Box ist immer feucht zu halten. Die Leopardgeckos verwenden diese Box, wegen der höheren Luftfeuchtigkeit, zum Häuten und zur Eiablage. Eine ausführliche Bauanleitung, findest du hier.
Selbstverständlich gibt es noch unzählige andere Möglichkeiten, den Leopardgeckos einen geeigneten Unterschlupf zu bieten. Z. B. künstliche Höhlen vom Reptiliengeschäft, Korkrinde, Korkrohren, Schieferplatten, Steine, … etc. Die Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten solltest du in beiden Temperaturbereichen verteilen.
Außerdem lieben es die Leos zu klettern. Deshalb habe ich in mein Terra eine selbst gebaute Rückwand im Felslook. Wenn du willst, kannst du dir die Bauanleitung für die Rückwand hier anschauen.
Selbstverständlich solltest du je nach Gruppengröße, genügen Trinkmöglichkeiten und eine Schale für die dementsprechenden Nahrungs-Ergänzungsmittel bereitstellen. Die Wasserschale sollte täglich mit neuem Frischwasser gefüllt werden. Zusätzlich haben wir eine kleinere Schale für das Calcium (zermalene Sepiaschale) im Terrarium. Mehr dazu findest du unter dem Punkt Ernährung. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene künstliche Pflanzen für Terrarien, da fällt einem die Entscheidung echt schwer.
Außerdem haben künstliche Pflanzen die Vorteile, dass sich die Leopardgeckos daran nicht verletzten können und die Pflanzen von den Futtertieren nicht gefressen werden.
Außerdem gehen echte Pflanzen in Trockenterrarien oft schnell ein.
Des Weiteren kannst du dein Terrarium so einrichten, wie du willst. Am schönsten wäre es für die Leopardgeckos natürlich, wenn du es so natürlich wie möglich einrichtest.
Wie Reinigen?
Leopardgeckos sind eigentlich sehr saubere /stubenreine Tiere, da sie sich alle zusammen, ein stilles Örtchen suchen und dieses auch immer wider benutzen.
Zum Reinigen der Einrichtungsgegenstände und des Terrariums, bitte niemals handelsübliche Haushaltsreiniger verwenden. Diese enthalten chemische Inhaltsstoffe, welche noch lange nach dem Reinigen schädlich für die Leopardgeckos sind.
Zum Reinigern der Glasscheiben verwende ich BioClean von JBL, da dieser vollkommen ungefährlich für die Terra-Bewohner ist.




